Schon als Jugendliche wusste ich: Ich möchte mit Pferden arbeiten
- Simone Görlach

- 26. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Die große Frage: Beruf oder Berufung?

Als Jugendliche stand die große Frage im Raum: Was möchte ich für einen Beruf machen? Ich wollte Pferde trainieren, doch bei den Ausbildungen war es immer Pflicht, ein eigenes gut ausgebildetes Pferd zu haben, das unter 15.000€ Kaufpreis kaum möglich ist. Also habe ich diesen Plan verworfen, Pferdewirtin - klassische Reitausbildung zu werden.
In der FOS hatte ich Psychologie und Pädagogik als Schwerpunkt, wodurch ich Praktika in einem Kindergarten und einer Grundschule machen konnte. Da ich jedoch so viele verschiedene Interessen habe, schnupperte ich auch noch in Neurobiologie rein. Ich hatte mir auch Psychotherapie, Innenarchitektur und Tierphysiotherapie überlegt.
Studium und die Realität
Doch all das hat nicht so wirklich gepasst. Also habe ich mich entschieden: Eventmanagement macht mir am meisten Freude, ich studiere in diese Richtung etwas. So bin ich bei Tourismusmanagement gelandet, dessen Werbung genau das versprach, doch der Studienplan hatte nicht mal ein Fach Eventmanagement. Ich fand mich also zwischen Verkehrsmanagement, Projektmanagement, Hotelmanagement wieder und war unzufrieden.
Nichts davon entsprach wirklich dem, was ich wirklich arbeiten wollte. Nachdem jedoch Projektmanagement eine bessere Auftragslage hatte, als Eventmanagement für die meistens kaum Budget eingeplant war, ging ich diesen Weg. Ich suchte mir einen Werkstudentenjob, der zuerst eine Stelle im HR war und ich durch mein Pflichtpraktikum dann auch ins Projektmanagement wechseln durfte und das Sekretariat noch unterstützte. Nach etwa 1,5 Jahren in diesem IT-Unternehmen war jedoch alles gelernt, das auf der Ebene eines Werkstudenten möglich war, die Materie hat mich nicht interessiert und mir wurde langweilig.
Innenarchitektur und mentale Gesundheit
Meine Liebe für Innenarchitektur kam mir passend vor, weil mich das mehr interessierte als Software. Somit bewarb ich mich in diesem Bereich als Support für das Projektmanagement, die traditionelle Büros in New Work Büros umwandeln. Diese New Work Kultur durfte ich ein Jahr live miterleben und habe sie sehr genossen.
Dann stand meine Bachelorarbeit an und es ergab sich das Thema mentale Gesundheit bzw. Burnout Prävention am Arbeitsplatz mit New Work als Lösungsansatz. Ich habe mich schon immer für die persönliche Entwicklung interessiert, weshalb dieses Thema mich wirklich begeistert durch die Bachelorarbeit gebracht hat.
Erfolg im Außen, Leere im Inneren
Nach dem Studium stand ich erneut vor der Frage, was will ich arbeiten. Für mich war klar: Innenarchitektur hat mir so gut gefallen, das will ich weiter machen. Also habe ich genau eine Bewerbung geschrieben an eine Senior Architekten Stellenausschreibung und wurde eingeladen. Vor Ort konnte ich durch meine Klarheit, Selbstbewusstsein und Lernwilligkeit beweisen, dass ich trotz fehlendem Studium in dieser Richtung, die Richtige bin. 2 Jahre habe ich nun als Projektmanagerin in einem Architekturbüro für Messebau gearbeitet und bin dafür durch Deutschland und Teile Europas gereist.
Rückkehr zu meinem Herzenswunsch
Wirklich zufrieden war ich mit dem Job jedoch nicht. Dezember 2023 habe ich mich mit zwei Kollegen aus diesem Architekturbüro für ein Grundstück beworben, auf dem ein paar Pferde Platz gehabt hätten. Ich habe angefangen zu glauben, dass ich selbst mit 25 Jahren einen kleinen Pferdestall haben könnte, um die Pferde nebenberuflich zu trainieren. Doch wir sind in der zweiten Auswahlrunde ausgeschieden. Enttäuschung und weiterhin vor der Frage: Was kann ich arbeiten, das mich glücklich macht.
2024 hat mich diese Frage intensiv begleitet und ich wusste, ich möchte mit Pferden arbeiten, wie ich es mir von Anfang an gewünscht habe. Nur wie und wo? Ich habe mich in Deutschland noch nie wirklich zu Hause gefühlt und wollte immer schon gerne am Strand leben, an dem ich Surfen kann und am Strand entlang galoppieren. Zur Auswahl in Europa stand deshalb nur Frankreich, Spanien, Portugal, weil es dort Wellen zum Wellensurfen gibt. Zu Frankreich habe ich kaum Bezug - ich war 2025 das erste Mal dort. In Portugal fühle ich mich wohl, allerdings brauche ich eine grüne Natur und in Portugal ist der Großteil ziemlich verdorrt und kahl. Zusätzlich kann ich schon ein bisschen Spanisch, weshalb sich Portugiesisch sich für mich falsch anhört - wie Spanisch nur mit mehr 'sch' und anders gesprochen als geschrieben.
Also fiel die Entscheidung auf Spanien und im Norden von Spanien war es auch grün. Dort herrscht ein gemäßigtes Klima und es gibt noch wirklich weitläufige Natur und wenig Zivilisation. Perfekt als Erholungsort. Brocken der gesamten Vision kamen in der zweiten Hälfte von 2024 immer wieder in meinen Kopf und bildeten nach und nach ein Bild. Mit einer Gemeinschaft aus 20 Menschen, die mir halfen den Selbstversorgergarten und die Tiere zu pflegen. Einige Kinder, ein Volleyballplatz, ein Haupthaus mit Gastroküche und viele kleine Häuschen, für die Gäste.
Jetzt durfte ich nur noch mein berufliches Bild so verändern, dass ich dann mit Pferden arbeiten kann und da kam mir die Ausbildung zum pferdegestützten systemischen Coach in den Sinn, die ich letztlich bei Alexandra Lohr absolvierte. 10 Monate vom Jahr 2025 investierte ich in die intensive Ausbildung zum Coach. Für Menschen, die sich persönlich Entwickeln wollen oder Themen haben, die sie schon oft durchdacht haben, ohne eine Lösung zu finden bzw. eine Entscheidung treffen zu können. Mit diesem Coaching wird der Kopf ausgeschalten und auf seine Wahrnehmung, Intuition und das innere Gefühl gehört. Das bringt die ehrlichsten Erkenntnisse und eröffnet ganz neue Wege, auf die der Kopf nie gekommen wäre.
Es hat sich mein Unternehmensname geformt: Solvana Academia, Coaching y Comunidad intuitiva. Meine Markenfarben und die Angebote. Diese Entscheidungen sind direkt in meine Website eingeflossen, die ich im zweiten Halbjahr von 2025 erstellt habe.
Die Gründung
Nun stand ich vor der Hürde aus dem Vollzeitjob in die Selbstständigkeit. Meinem Chef zu erklären, warum ich mich von dem Unternehmen lösen möchte, war ein harter Prozess. Gleichzeitig hat es funktioniert, weshalb ich nun endlich seit 01.01.2026 selbstständig tätig bin als systemischer Coach - online, in der Natur und mit Pferden - und bedürfnisorientierte Kommunikationsberaterin. Im Zuge dessen laufen die Vorbereitungen für Spanien auf Hochtouren, da ich entschieden habe, im Mai 2026 dorthin zu ziehen, um anzufangen auf dem Grundstück Infrastruktur, Glampingzelte und Campingbuchten zu schaffen.
Ich habe meine Wohnung gekündigt und mich um den Gründerzuschuss bemüht, um den Druck - von Anfang an viel verdienen zu müssen - raus zu nehmen. Nun bin ich dabei, das Marketing auf die Beine zu stellen. Instagram und LinkedIn zu bespielen.
Ich bin erst am Anfang und doch ist schon so viel passiert. Es hat etwa 10 Jahre gedauert, bis ich meiner inneren Berufswahl gefolgt bin und einen rentablen Weg gesehen habe, der realistisch umsetzbar ist. Gleichzeitig liegt noch viel Arbeit vor mir, meinen Traum in die Realität umzusetzen.
Wenn du gerade an einem Wendepunkt stehst, zwischen verschiedenen Ideen, Träumen oder Berufsmöglichkeiten, oder wenn du merkst, dass dein Job dich nicht erfüllt, dann darfst du dich hier wiederfinden. Ebenso für Menschen, die schon immer wissen, dass sie ihrem Herzen folgen wollen, aber noch nicht genau wissen, wie.
Ich freue mich über jeden Menschen, der Teil der Solvana Comunidad wird und vor Ort oder finanziell diese Vision unterstützt. Damit kann ich meinem Jugendlichen "Ich" beweisen, dass ich nicht erst bis 40 arbeiten muss, um meinen eigenen Hof zu kreieren, sondern das auch mit 27 Jahre schon realisierbar ist.
Folge deinem Kompass,
Simone




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